Marokkanische Salzzitronen einlegen

salzzitronen selber machen

Von Marokanischen Salzzitronen habt ihr noch nie etwas gehört? Macht nichts, ich kenne sie auch erst seit kurzer Zeit. Wenn ihr offen für neue Geschmackserlebnisse seid, dann solltet ihr jetzt auf jeden Fall weiterlesen.

Von Sauerkraut und Kimchi hat jeder schon einmal gehört. Aber das man auch Zitronen auf diese Art und Weise zubereiten kann, dürfte für viele neu sein. Das Stichwort an dieser Stelle lautet Fermentation und genau hier liegt die Gemeinsamtkeit von den beiden zuerst genannten Gerichten und unseren Salzzitronen.

fermentierte salzzitronen

Was ist Fermentation?

Mit Sauerkraut und Kimchi habe ich bereits zwei Fermente genannt. Weitere Beispiele wären Käse, Joghurt, Kaffee und Schokolade. Im Grunde geht es dabei um den Einsatz von Bakterien, Enzymen und Pilzen, um den Geschmack und die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verändern. Auch werden für den Körper ungünstige Stoffe dadurch abgebaut. Ein Beispiel wäre auch Brot. Früher hat man Brot mithilfe von Natursauerteig fermentiert und dadurch Enzyme abgebaut, die für den Körper schwer verdaulich sind. Da dies heutzutage so gut wie kaum mehr getan wird, verwundert es mich nicht wirklich, dass mittlerweile so viele Menschen gesundheitliche Probleme durch den Verzehr von Backwaren haben.

Früher war Fermentation ein gängiges Prozedere in deutschen Familien. Gemüse und Obst wurden dann eingelegt, wenn sie verfügbar waren und im Keller gebunkert. Auf diese Weise hatte man auch im Winter Zugriff auf wichtige Vitaminquellen.

Für unsere Gesundheit spielen Fermente ebenfalls eine entscheidende Rolle. Denn während der Fermentation wird ein Klima geschaffen, in dem sich die guten Bakterien vermehren und schlechte Bakterien keine Chance haben. Beim Verzehr gelangen diese Bakterien in unseren Darm und helfen dabei, die Darmgesundheit beizubehalten, oder zu verbessern. Denn wo gute Bakterien siedeln, haben krankmachende Bakterien wenig Chancen.

salzzitronen selber machen vegan

Was sind jetzt Marokkanische Salzzitronen?

Unsere Zitronen sind natürlich nicht aus Marokko nach Deutschland eingeflogen worden. Vielmehr sind sie so benannt, weil Salzzitronen dort oft verwendet werden und beispielsweise bei Gerichten aus der Tajine (eine Art Schmorgefäß) zum Einsatz kommen.

Die Zitronen werden für ungefähr einen Monat in einer Salzlake fermentiert. In dieser Zeit verändert sich der Geschmack und auch die Zusammensetzung der Mikronährstoffe. Die Zitronen werden nicht schlecht, sondern reifen und können im Anschluss problemlos gegessen werden.

Wenn ihr Schimmel seht, oder die Zitronen seltsam riechen, solltet ihr sie natürlich nicht mehr essen. Dann habt ihr etwas falsch gemacht. In der Regel funktioniert die Fermentation aber ohne Probleme. Ich habe erst einmal bei mir erlebt, dass ich Sauerkraut wegwerfen musste, weil es geschimmelt hat. Und das auch nur deshalb, weil ich es zum ersten Mal gemacht habe und einige Dinge nicht beachtet habe.

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Wie nutze ich die Salzzitronen?

Im Prinzip könnt ihr die Zitronen beliebig verwenden und damit experimentieren. Meist wird allerdings nur die Schale verwendet, da diese einen besonders tollen Geschmack entwickelt. Dafür legt ihr ein Viertel einer Salzzitrone auf ein Brett, drückt sie etwas flach an und geht vorsichtig mit einem Messer oberhalb der Schale entlang. Auf diese Weise trennt ihr das Fruchtfleisch und einen Teil der weißen Membranschicht heraus.

Wenn es schnell gehen soll, dann kann ich euch die Verwendung in Nudelgerichten sehr empfehlen. Ich hatte neulich eine leckere Pasta aus glutenfreien Maisnudeln mit Brokkoli und Parmesan aus Mandeln. Die Schale der Salzzitronen habe ich einfach sehr fein geschnitten und zusammen mit etwas Olivenöl unter die Nudeln gegeben. Sehr einfach, aber auch enorm lecker. Die Schale hat einen ganz feinen zitronigen Geschmack, der sich von normalen Zitronen deutlich unterscheidet. Traut euch also, eure eigenen Salzzitronen einzulegen und experimentiert damit. Ich werde hier im Laufe der Zeit sicherlich weitere Ideen verlinken.

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Marokkanische Salzzitronen einlegen
Nach der Fermentation sind die Früchte mindestens 1 Jahr haltbar.
Vorbereitung 5-10 Minuten
Wartezeit 1 Monat
Portionen
Glas
Zutaten
Vorbereitung 5-10 Minuten
Wartezeit 1 Monat
Portionen
Glas
Zutaten
Anleitungen
  1. Die Zitronen gut waschen und den Ansatz, wo die Zitronen am Baum hängen, entfernen. Stellt die Zitrone aufrecht auf ein Brett und schneidet jetzt von diesem Ansatz aus kreuzweise in die Zitrone hinein. So als wenn ihr sie vierteln wolltet. Schneidet jedoch nicht komplett durch, sondern nur zu 2/3, sodass die Zitrone noch zusammenhält. Auf dem Bild seht ihr ja, dass die Zitronen im Glas noch ganz sind und lediglich eingeschnitten wurden.
  2. Jetzt nehmen wir pro Zitrone ungefähr 1-2 Esslöffel Salz und reiben dieses so gut es geht in die Frucht hinein. Also genau in das Fruchtfleisch. Das machen wir jetzt mit allen Zitronen. Danach ordnen wir die Zitronen in unserem Gefäß an. Die Zitronen sollten sehr dicht beisammen liegen und möglichst wenig Platz lassen. Also gut andrücken.
  3. Sobald alle Früchte drin sind, bedeckt ihr alles noch einmal mit grobem Salz. Das Glas wird geschlossen und erst einmal bei Raumtemperatur gelagert.
  4. Innerhalb von einer Woche sollte sich so viel Wasser bilden, dass die Zitronen bedeckt sind. Ansonsten mit einem sauberen Löffel nachdrücken. Sollten die Früchte auch nach 2 Wochen noch nicht komplett im Saft schwimmen, geben wir etwas Wasser hinzu, sodass sie bedeckt sind. Das Glas dabei kurz schütteln, damit sich das Salz auch bis in das neue Wasser verteilt. Noch einmal gut andrücken, verschließen und für mindestens zwei weitere Wochen fermentieren lassen. Die Salzzitronen sind dann mindestens 1 Jahr haltbar.

4 Comments

  • Hallo Dominik,
    selbsteingelegte Salzzitronen verwende ich schon seit über einem Jahr und bin vom dem Geschmack, bzw von diesem Gewürz immer noch begeistert. Ich zerteile allerdings die Zitronen ganz und zwar in sechstel. Für mich ist die Entnahme und Dosierung der fertigen Zitronen dann einfacher, denn sie werden mit der Zeit immer weicher (und leckerer). Außerdem lasse ich sie mindestens 6 Wochen ruhen, besser schmecken sie nach noch längerer Ruhezeit. Und ich verwende Fruchtfleisch und Schale, püriert oder kleingeschnitten.

    • Hi Andrea,

      danke für die Tipps. Wofür nutzt du dann das Fruchtfleisch genau? Das war mir immer zu salzig, sodass ich nur die Schale genutzt habe. Oder dosierst du dann einfach sehr gering?

      LG

  • Hallo Dominik, muss das Glas wirklich ganz verschlossen werden? Ich dachte, zum Fermentieren bräuchte es Sauerstoff? So wie beim Kimchi… VG Alexandra

    • Hi Alexandra! Der eingeschlossene Sauerstoff ist nicht schlimm, aber eine geschlossene Fermentation ist in diesem Fall schon wichtig. Auch damit keine „schlechten“ Bakterien von außerhalb ins Glas kommen können. Also… Deckel zu, Affe tot 🙂

      LG

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