Produkte von Biozentrale im Test

Biozentrale Produkttest

Biozentrale Produkttest

Anzeige / Produkttest

Vor einigen Tagen trudelte ein großes Paket bei mir im Büro ein. Auf den Inhalt hatte ich schon sehnlichst gewartet. Auf Nachfrage hatten mir nämlich die netten Leute von Biozentrale ein paar ihrer veganen Produkte für eine Verkostung zugesendet. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank dafür. Wie man auf dem Foto oben sehen kann, war die Auswahl auf jeden Fall nicht gerade klein.

Alle Produkte von Biozentrale tragen das deutsche staatliche Biosiegel, das im September 2001 eingeführt wurde. Mittlerweile wurde es durch das EU Bio Siegel ersetzt. Allerdings wird das deutsche Logo gerne noch verwendet, da viele Konsumenten sich daran gewöhnt haben und ihm vertrauen.

Das Produktsortiment ist bei REWE, Edeka und Kaufland erhältlich, wobei nicht jeder Supermarkt alle Produkte führt. Auch der Bezug über Amazon ist möglich. Ob die Bestellung im Internet bei der hohen Dichte an Supermärkten ökologisch sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich laufe lieber 10 Meter und kaufe die Produkte lokal ein.

Curry-Kokos Sauce

Biozentrale Curry Kokos Sauce

Fertigsaucen sind normalerweise der blanke Horror für mich. Bei einem Blick auf die Rückseite wimmelt es nur von E-Nummern und Zusatzstoffen. Von dieser hier war ich aber geschmacklich sehr positiv überrascht. Das Glas ist zudem explizit mit einem Vegan Label versehen, sodass man im Supermarkt unbedenklich zugreifen kann. Ebenfalls sehr positiv ist, dass in dem Produkt kein Weizen enthalten ist. Damit ist die Sauce auch für Personen mit Zölliakie und Weizenallergie geeignet.

Schauen wir mal auf die Zutatenliste: Wasser, Karotten, Zwiebeln, rote Paprika, Apfelmark, Rohrohrzucker, Kokosraspeln, Apfeldicksaft, Sonnenblumenöl, Tomatenmark, Kokosmus, Sojabohnen, Meersalz, Curry, Tapiokastärke, Geliermittel: Pektin

Soweit alles harmlos und vertretbar. Warum jedoch Sojabohnen im Produkt enthalten sind, erschließt sich mir nicht so ganz. Für die Bindung kann es eigentlich nicht sein, denn dafür ist ja schon das Pektin verantwortlich. Eventuell will man damit die Menge günstig strecken?

Zudem wäre es schön zu wissen, wie hoch der tatsächliche Anteil an Zucker im Produkt ist. Dazu kann man nämlich leider keine genauen Angaben entdecken. Die 156 kcal und 11 g Kohlenhydrate pro 100 g lassen aber vermuten, dass der Anteil nicht so ganz gering ausfällt. Man sollte also nicht jeden Tag ein komplettes Glas davon zu sich nehmen.

Geschmacklich hat mir super gefallen, dass die Kokosnote das gesamte Produkt nicht dominiert hat. Die feine Süße des Apfelmarks verleiht der Sauce zudem eine angenehm fruchtige und dadurch exotische Komponente. In der Sauce selber sind zudem feine Fasern enthalten, die ich jetzt einfach mal als Kokosraspeln glaube erkannt zu haben. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen und die Konsistenz war ebenfalls sehr angenehm.

Erdnuss-Saté Sauce

Auch diese ist sowohl als vegan, als auch gutenfrei deklariert. So gehört sich das und sollte eigentlich auch Standard in allen Supermärkten sein.

Die Sauce besteht aus Wasser, Zwiebeln, Erdnüssen, Kokosmus, Rohrohrzucker, Tomatenmark, Tamarinde, Meersalz, Knoblauch, Ingwer, Zitronensäure, Cumin und Cayennepfeffer

Soweit alles gut, aber auch hier fehlt leider eine Info über den genauen Zuckergehalt. Mit 183 kcal pro 100 g ist auch diese Sauce kein Hüftschmeichler und sollte nicht in Unmengen konsumiert werden.

Geschmacklich hätte ich mir eine etwas stärkere Erdnussnote gewünscht. Der leichte Kokosgeschmack hat mir dagegen gut gefallen und auch die Süße ist nicht zu dominant, sondern sehr ausbalanciert. Die Konsistent ist sehr fest und enthält einiges an Fasern, wodurch bei mir der Eindruck entstand, ein hochwertiges Produkt in den Händen zu halten. Für ein Fertigprodukt kann ich euch auch diese Sauce wärmstens ans Herz legen.

Geschmacklich passt sie sehr gut zu Tempeh. Von daher kann ich euch das folgende Rezept für Saté-Spieße sehr empfehlen. Dort mache ich die Erdnusssauce zwar selber, aber man kann sie auch hervorragend mit dem Produkt von Biozentrale ersetzen.

Paprika Bratlinge

Bratlinge Paprika Chili Biozentrale

Die Bratlinge von Biozentrale lassen sich sehr gut verarbeiten und halten in der Pfanne prima zusammen. Geschmacklich dominiert der verwendete Hafer und es kommt eine leichte Schärfe durch, die jedoch absolut im Rahmen bleibt. Ich hätte mir persönlich jedoch ein wenig mehr Paprika statt Hafer gewünscht. Bei der geringen Menge an verwendeten Paprikaflocken kann das aber natürlich nicht funktionieren.

bratlinge paprika chili biozentrale

Insgesamt ein Produkt, das durchaus gut schmeckt, aber sehr stark vom Getreide dominiert wird. Als schnelle und unkomplizierte Beilage zu einem Salat aber absolut empfehlenswert. Der Bratling wird zudem angenehm knusprig und hinterlässt ein gutes Mundgefühl.

Falafel

Biozentrale Falafel

Falafel selber zu machen ist ja nun mal leider nicht so ganz unaufwendig, weshalb man durchaus zu Fertigprodukten wie diesem hier greifen kann. Mich stört bei solchen Mischung der Einsatz von Weizenmehl, sodass sie für Personen mit Glutenunverträglichkeit ungenießbar sind. Der Fairness halber muss man aber betonen, dass dies bei anderen Herstellern ebenfalls der Fall ist. Spontan fällt mir auch kein Fertigprodukt ein, bei dem das nicht so wäre. Eventuell ist es also von der Produktion her sogar notwendig, damit die Masse zusammenhält.

falafel biozentrale

Da es für die meisten aber kein Problem darstellt kommen wir zum wichtigeren Part, dem Geschmack. Dieser ist durchaus als gut zu bezeichnen. Die Falafel lassen sich prima verarbeiten, werden knusprig und schmecken nicht fade. Natürlich kein Vergleich zu einem frischen Produkt, aber um Meilen besser als diese TK Briketts aus den meisten Dönerbuden. Mich hat es geschmacklich auf jeden Fall überzeugt. Wie man sehen kann, machen die fertigen Falafel auch optisch was her.

Erdnuss Mus

Erdnuss Mus Biozentrale

Ein gutes Produkt, das mit etwas Meersalz verfeinert wurde. Meersalz und geröstete Erdnüsse sind dann auch schon die einzigen Zutaten. Die Salznote hält sich dabei angenehm im Hintergrund. Super fand ich, dass im Mus noch kleinere Stückchen enthalten waren.

Das Erdnuss Mus eignet sich zur Verfeinerung diverser Pfannengerichte, oder auch als Grundlage für Dips und Saucen. Beim ersten Öffnen kann sich das Öl der Nüsse oben absetzen. Das ist aber völlig normal und nach dem Umrühren ist die Konsistenz wieder sehr cremig.

Vor allem in asiatischen Gerichten kommt der Geschmack besonders gut zur Geltung. Ein Beispiel wäre dieser Shirataki Nudelsalat, den man auch mit Glas- oder Reisnudeln zubereiten kann.

Walnuss Öl / Sesam Öl

Walnussöl Biozentrale

Beide Öle stammen aus erster Pressung und sind nicht raffiniert. Obwohl ich kein Fachmann für Öle bin, scheint mir die Qualität recht hochwertig zu sein. Der Geruch ist recht neutral und es gibt keinen unangenehmen Neben- oder Nachgeschmack. Ganz im Gegenteil, denn der Geschmack von Walnuss und Sesam bleibt sehr fein und unaufdringlich.

Sesamöl Biozentrale

Tortilla Chips

tortilla chips biozentrale

Endlich mal wieder ordentliche Tortilla Chips ohne Schnickschnack und Chemie! Sehr knusprig, nicht zu salzig und als glutenfrei gekennzeichnet. So muss das sein und hat mich absolut überzeugt. Warum brauche ich auch Weizenmehl in Tortilla Chips? Konnte ich bis heute nicht nachvollziehen. In der Variante von Biozentrale ist Maismehl, Pflanzenöl und Salz enthalten. Mehr gehört da auch nicht rein.

Zum Vergleich hier mal die Liste eines gängigen Markenherstellers, die ich mir aus dem Netz besorgt habe:

Maismehl, Pflanzenöl, Speisesalz, Dextrose, Lactose, Käse (0,8 %), Milcheiweiß, Maltodextrin, Butteröl, Gewürze, Aromen, Säuerungsmittel Mononatriumphosphat, Calciumlactat

Sorry Leute, da kann euer Werbeslogan noch so toll sein, die kommen mir nicht ins Haus.

Bei solchen Produkten lohnt sich also der Griff ins Bioregal. Ich verwende Tortilla Chips nicht nur als Snack, sondern mache damit regelmäßig meine Naked Burrito Bowl, die ich euch sehr ans Herz legen kann.

Vanillepudding

Da werden Kindheitserinnerungen wach. Ich habe seit Ewigkeiten keinen Vanillepudding mehr gegessen und war entsprechend mit Vorfreude erfüllt, als ich dies Tüte aufriss und das weiße Pulver von der Tüte in eine Schüssel schüttete. Die Inhaltsstoffe sind schon einmal genehmigt, denn das Produkt besteht in erster Linie aus Maisstärke mit ein paar Gewürzen und ist somit absolut unkritisch. Der Zucker muss selbst hinzugegeben werden, sodass man hier Einfluss auf den Kaloriengehalt der Süßspeise hat.

vanillepudding mit reismilch

Statt Vollmilch habe ich mit Reismilch gearbeitet, was auch gut funktioniert hat. Allerdings kommt die Reismilch geschmacklich nicht an Vollmilch ran. Eventuell testet man es also noch einmal mit Mandelmilch, oder dem Reis- Kokosdrink von Provamel. Ansonsten hat mich der Vanillegeschmack auf jeden Fall überzeugt. Ich habe noch ein paar frische Johannisbeeren aus dem Biomarkt hinzugegeben, was auf jeden Fall sehr lecker und nostalgisch war.

Ziebel Chutney

Zwiebel Chutney Biozentrale

Das Zwiebel Chutney hat mich zuerst überhaupt nicht angesprochen. Zu süß war mir der Geschmack und die Zwiebeln haben fast schon etwas bitter herausgestochen. Nachdem ich das Produkt aber mit anderen Gerichten kombiniert habe muss ich sagen, dass mir der Geschmack extrem gut gefallen hat. Man darf es halt nicht konzentriert essen, aber beispielsweise in Kombination mit Räuchertofu und Salat auf etwas Brot, oder einer Reiswaffel schmeckt es auch zum Frühstück, oder als Snack sehr gut. Der Zwiebelgeschmack kommt dabei auf jeden Fall gut zur Geltung und auch die Süße ist nicht mehr zu dominant. Ein wenig mehr Schärfe hätte ich mir aber dennoch gewünscht, denn das macht doch ein typisches Chutney in der Regel aus. Das bisschen an Ingwer lässt auf jeden Fall den nötigen Wumms vermissen.

Die Inhaltsstoffe sehen ebenfalls soweit fein aus und es wird erfreulicherweise mit echten Zwiebeln gearbeitet:

60 % Zwiebeln*, Rohrohrzucker*, Wasser, Sonnenblumenöl*, Tamari* (SOJAbohnen*, Wasser), Tamarinde*, Meersalz, Ingwer*, SENFsaat*, Nelken*,Geliermittel: Pektin

Schade ist, dass auch hier nicht direkt auf den Anteil an Rohrohrzucker eingegangen wird. Mit 39g Kohlenhydrate pro 100g dürften die Mengen allerdings nicht so gering ausfallen. Toll ist dagegen, dass Tamari zum Einsatz kommt und das Produkt dadurch auch für Menschen mit Zölliakie geeignet ist.

Produktliste von Biozentrale

biozentrale produktliste
Auszug aus der Produktliste von Biozentrale

Biozentrale hat mir netterweise eine Produktliste zukommen lassen, wo alle Produkte die vegan sind auch entsprechend gekennzeichnet wurden. Viele Produkte sind nämlich generell vegan, werden aber nicht entsprechend gelabelt, da es bei Herstellung und Transport zu einer beunabsichtigten Kontanimierung kommen kann. Von daher habe ich um Erlaubnis gefragt diese Liste veröffentlichen zu dürfen und biete sie euch hier auch direkt als Download an.

Hier geht es zur kompletten Liste: Produktliste Biozentrale

Weitere Infos zu Inhaltsstoffen, Allergenen und Nährwerten bekommt ihr auch auf der Seite von Biozentrale. Über Facebook könnt ihr natürlich auch zwischendurch Anfragen zum Thema vegan stellen, sofern ihr euch mit irgendeinem Inhaltsstoff unsicher sein solltet.

2 Comments

  • Hallo Dominik,

    danke für die ausführlichen Infos 🙂 Das Erdnussmus ist eines meiner Lieblingsessen (ich esse das auch mal gerne pur 😀 ) überhaupt. Die Öle benutze ich auch gerne. Die Curry Kokos Sauce werde ich demnächst auf jeden Fall probieren. Wozu hast du sie denn gegessen?

    Liebe Grüße!

  • Hallo Semira,

    ich hab mir abends nach der Arbeit einfach eine Gemüsepfanne mit Zucchini, Paprika und Pilzen gemacht. Etwas angebratener Tofu passt sicherlich auch ganz gut. Als Beilage verwende ich meistens Quinoa.

    Also prinzipiell passen die Saucen gerade zu Pfannen- und Reisgerichten ziemlich gut.

    Lieben Gruß

    Dominik

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